Christliche Feiertage

Kirchenfenster - Pfingsten

Christliche Feste und Festzeiten – Eine Übersicht

Jahrein, Jahraus

Als Christ hat man im Laufe des Jahres so einige Anlässe zum Feiern oder in sich gehen. Das ist nicht nur auf das eigene Privatleben, sondern spezifisch auf entsprechende Feiertage bezogen, die entweder der Zelebrierung gewisser Aspekte unseres Lebens dienen oder dazu anregen sollen, bestimmte Themen zu reflektieren.
Dabei ist Beides gleichermaßen wichtig. Das Eine, um uns geistig zu stärken und Kraft zu tanken. Das Andere, um uns weiterzuentwickeln und in unserer geistigen Entwicklung nicht auf der Stelle zu treten.

Die wichtigsten christlichen Feiertage im Kirchenjahr sind dabei den meisten Mitchristen namentlich geläufig. Wenn es aber darum geht, was eigentlich hinter den einzelnen Feiertagen steckt, gibt es dort erstaunlich oft Wissenslücken. Daher möchte ich heute einfach mal kurz die wichtigsten Feiertage anschneiden und kurz deren Bedeutung zusammenfassen. Ein paar meiner eigenen Gedanken streue ich dabei natürlich auch ein.

Weihnachten

Ich denke einmal, dass jeder unserer Leser weiß, was es mit Weihnachten auf sich hat. Damit die Auflistung vollständig ist, verliere ich aber trotzdem ein paar Worte dazu:

Weihnachten ist das wohl beliebteste christliche Fest und wird weltweit mit Begeisterung zelebriert. Dass die Festlichkeiten dabei nicht immer vor einem religiösen Hintergrund stattfinden macht es aber schwierig zu sagen, wie oft Weihnachten wirklich als christlicher Feiertag wahrgenommen wird. Weihnachten als Anlass für ein Zusammentreffen der Familie zu nehmen und den christlichen Hintergrund zu vernachlässigen, wird immer populärer. (Was an und für sich ja nicht weiter schlimm ist) Leider geht die Sache aber oft einen Schritt zu weit und das Weihnachtsfest verkommt zu einer Geschenkorgie, die nichts mehr mit Familie und Nächstenliebe zu tun hat.

Bei uns haben wir jetzt, wo unser Kleiner langsam in das Alter kommt, in dem er feinmotorisch die ersten Kniffe herausbekommt, eine neue kleine „Tradition“ eingeführt:
Wir schenken nichts Gekauftes mehr, sondern nur noch selbst Gemaltes/Gebasteltes. Das ist viel persönlicher, macht mehr Freude und verhindert, dass ein besinnliches Fest zur materialistischen Schlacht wird.

Dass an Weihnachten die Geburt von Jesus gefeiert wird, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber auch noch einmal an dieser Stelle, aber das sollte wohl jedem klar sein.

Ostern

Ostern ist ja sozusagen das Gegenstück zu Weihnachten und hat mit ähnlichen Entwicklungen zu kämpfen. Während Weihnachten von einem Maskottchen der Firma Coca Cola übernommen wurde, macht sich an Ostern ein Eier versteckender Hase breit. Vor dem Hintergrund, dass an diesem Tag eigentlich die Wiederauferstehung von Jesus gefeiert werden sollte, könnte man diesem Umstand beinahe schon einen zynischen Beigeschmack attestieren.
Zielführend wäre das aber nicht, denn die Rituale um den Osterhasen herum sind unterm Strich losgelöst von dem Feiertag zu betrachten, an dem sie stattfinden. Es entsteht schließlich keinem Christen ein Schaden daraus, wenn nebenbei Kindern eine Freude mit etwas Schokolade gemacht wird.

Eine sehr interessante Entwicklung, die sowohl beim Feiertag Ostern als auch bei Weihnachten beobachtet werden kann, ist der Übergang vom christlichen Feiertag zum säkularen Feiertag. Streng genommen endet die Parallele dort sogar noch nicht einmal. Denn weder Ostern noch Weihnachten fallen auf den tatsächlichen Tag des jeweils gefeierten Ereignisses. Bei der Einführung des Christentums als Staatsreligion im alten Rom wurden die christlichen Feste auf bereits vorhandene Feiertage gelegt, um den Bürgern die neue Religion schmackhaft zu machen.
Streng genommen hat sich die Gesellschaft diese beiden ursprünglich nicht christlichen Feiertage also wieder vom Christentum „zurückgeholt“… Ein Gedanke, den ich irgendwie recht romantisch finde. Denn irgendwie ist es doch eine schöne Sache, wenn Gläubige und Atheisten gemeinsam einen Feiertag bestreiten können, in dem sie beide ein wenig Wert finden.

Ostern wird immer ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond gefeiert.

Christi Himmelfahrt

Dieser Feiertag ist erfreulich selbsterklärend. 39 Tage nach dem Ostersonntag wird die Rückkehr von Jesus zu seinem Vater ins Himmelreich gefeiert. Das Fest fällt damit immer auf einen Donnerstag und findet irgendwann zwischen dem 30.April und dem 3. Juni statt.

Pfingsten

50 Tage nach Ostern folgt schließlich das Pfingstfest. Dieses ist gleich doppelt von Bedeutung. Einerseits gedenkt es der Entsendung des Heiligen Geistes, der an diesem Tag die Apostel und Jünger zum Fest zusammenführte. Andererseits markiert es auch die Gründung der christlichen Kirche, die im Rahmen dieses Festes stattfand.

Fronleichnam

Auf Neudeutsch oft überspitzt mit „Happy Kadaver Day“ übersetzt, handelt es sich hierbei um einen Feiertag, der mir persönlich immer ein wenig suspekt war. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nur um meine persönliche Meinung handelt und ich andere Ansichten nicht kleinreden oder abwerten möchte, aber das Prinzip der Eucharistie hat mich nie so recht mitreißen können. Die Ansichten variieren hier ja sehr stark: Während einige Strömungen von einer tatsächlichen Transformation der Sakramente in den Leib und das Blut Christi sprechen, sehen Andere in den Sakramenten nur symbolische Bedeutung.
Mit der letzteren Ansicht kann ich mich prinzipiell sehr gut identifizieren, da ich als Kind jedoch immer mit der ersteren Ansicht konfrontiert wurde, bleibt bei mir im Hinterkopf immer ein merkwürdiges Gefühl zurück.

Ich hoffe wirklich, dass ich mit dieser Aussage niemanden kränke, aber ich möchte schließlich auch nicht unehrlich bezüglich meiner Ansichten sein.

Fronleichnam findet 60 Tage nach Ostern statt, fällt also frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni.

Mariä Himmelfahrt

Auch hier erklärt sich der Begriff zu großen Teilen schon selbst. Am 15.August wird die „ganzmenschliche Aufnahme Mariens in den Himmel“ gefeiert. Verkündet wurde das entsprechende Dogma im Jahr 1950 von Papst Pius XII.

Allerheiligen

Allerheiligen wird immer am 1. November gefeiert und ist mehr oder weniger das Auffangbecken für die Heiligen, die keinen eigenen Feiertag abbekommen haben. Im aktuellen Verständnis wird dies oft auch ausgeweitet und als Anlass aufgefasst, vorbildlichen Menschen allgemein zu gedenken.

Allerseelen

Der 2. November ist dem Gedenken an verstorbene Mitmenschen vorbehalten. Oftmals werden hierbei auch Gräber geschmückt und erneut durch den Priester geweiht.

Nikolaus

Der Nikolaus-Tag hat sich im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern die Assoziation mit dem Christentum deutlich besser erhalten. Es gibt zwar auch hier den Brauch, Schokolade zu verschenken, aber insgesamt scheinen Menschen sowieso dauernd auf der Suche nach Gründen zu sein, sich eine Tafel Schokolade zu gönnen. Insofern schauen wir darüber mal großzügig hinweg und freuen uns, dass am 6. Dezember nach wie vor dem großzügigen Bischof von Myra gedacht wird.

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