Kinderbibel online

Gottes Wort für die gesamte Familie

Gottes Wort für die gesamte Familie

Moderne Aufarbeitungen der heiligen Schrift, gezielt verfasst für Kinder: Die Kinderbibel online bzw. Kinderbibeln. Sie erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und kommen in den unterschiedlichsten Gewändern daher. Lange vorbei sind die Zeiten, in denen einfach nur die Sprache vereinfacht wurde, um das Werk zugänglicher zu machen. Aufwändige Illustrationen sind mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich, teilweise transzendieren die Bibelgeschichten für Kinder gar verschiedene Medien. Sei es nun ein Hörspiel, ein Comic oder gar eine animierte Verfilmung. Die Möglichkeiten dazu, unserem Nachwuchs den Weg zu Gott aufzuzeigen, sind mannigfaltiger denn je. Wer eine Bibel für Kinder sucht, der hat im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl.
Das fängt schon mit einer ganz simplen Frage an: Soll die Kinderbibel Online oder Offline verfügbar sein?

Kinderbibel Online?

Bibeln im Netz allgemein sind sehr nützlich, das gilt natürlich auch für die Kinderbibel online. Doch man muss als Elternteil eines immer im Hinterkopf behalten: Kleine Kinder ohne Aufsicht ins Internet zu lassen ist nicht empfehlenswert. Denn die verfügbare Filtersoftware arbeitet nur unzureichend und lässt viele potentiell gefährliche Angebote zugänglich. Die Entscheidung für eine Kinderbibel Online ist also gleichzeitig eine Entscheidung dafür, dass das Kind sich nur unter Aufsicht mit der Bibel/Kinderbibel beschäftigen kann.
Das kann durchaus sinnvoll sein, da man so die Themen direkt diskutieren und ggf. erläutern kann. Dadurch setzt sich das Kind dann auch wirklich mit den Ideen hinter den Geschichten auseinander und konsumiert sie nicht einfach nur so weg. Andererseits wird die Kinderbibel Online so natürlich nicht zum festen Bestandteil des Alltags. Die Beschäftigung mit ihr bleibt etwas Besonderes, das man zusammen mit den Eltern macht.
Welche Option hier die bessere ist, das hängt wohl auch ein wenig vom Kind ab. Da Online Bibeln kostenlos sind, sind sie aber definitiv eine sehr gute Option für den Einstieg. Vielleicht auch einfach nur um zu testen, ob das Kind für solche eher schwierigen Themen schon bereit ist.
Die teilweise interaktive Struktur von Online Kinder Bibeln kann hier auch sehr gut ein erstes Interesse wecken, das dann hinterher auf Papier vertieft werden kann.

Kinderbibel Offline?

Das Schöne an Offline-Bibeln, also den guten alten Büchern, ist, dass man sie unbesorgt der Handhabe des Kindes überlassen kann. Die Inhalte sind kindgerecht aufgearbeitet und können ohne weiteres im Kinderzimmer verbleiben. Die Beschäftigung mit dem Glauben und der Bibel erfährt dadurch eine sehr schöne Normalisierung und auch Vertiefung, da das Kind jederzeit Zugriff zu den Bibelgeschichten für Kinder hat.
Das setzt aber natürlich voraus, dass bereits ein Interesse für das Thema Bibel beim Kind geweckt wurde. Sollte man sich also für eine klassische gedruckte Kinderbibel entschieden haben und feststellen, dass der eigene Nachwuchs nicht so rechtes Interesse an einer Lektüre hat, könnte man ggf. ein interaktives Angebot aus dem Internet zum Einstieg verwenden.
Es ist ein bedauerlicher Nebeneffekt unserer schnelllebigen Zeit, dass die Aufmerksamkeitsspanne von uns Menschen immer weiter sinkt, was für die Jugend noch deutlich mehr gilt als für uns Erwachsene. Und auch wenn man dem so gut es geht entgegenwirken sollte, muss man sich diesem Umstand besonders beim Einstieg in neue Themengebiete dann doch manchmal fügen und einen kurzen, knackigen und interessanten Einstiegspunkt finden.
Ein weiterer Vorteil von klassischen Kinder Bibeln: Die Greifbarkeit des Mediums. Eine Internetseite kann man nicht abends mit ins Bett nehmen. Ein Buch schon. Was das bezüglich des emotionalen Einflusses bedeutet, muss wohl nicht weiter erläutert werden.
Das persönliche Buch, das mit seinen Knicken, Falten und Schrammen auch gleichzeitig Zeugnis von der Vergangenheit mit sich trägt ist um ein vielfaches persönlicher als eine immer gleich bleibende Internetseite.
Mehr noch: Die Internetseite wird höchstwahrscheinlich in 10 Jahren in dieser Form nicht mehr existieren. Entweder wurde sie bis dahin eingestellt oder zumindest das Design überarbeitet. Die eigene Kinderbibel ist jedoch ein lebenslanger Begleiter. Auch im hohen Alter kann man sie noch herauskramen und sich an den nostalgischen Erinnerungen erfreuen, da das Werk immer noch in unveränderter Form vor einem liegt. Gerade bei einem so emotional besetzten Thema wie dem Glauben ist das ein durchaus wichtiges Argument dafür, mindestens ergänzend immer eine gedruckte Fassung einer schönen Kinderbibel zu besorgen.

Kinderbibel im Bewegtbild

Die Bibel für Kinder gibt es natürlich auch im Medium Film. Und streng genommen müsste man auch hier noch einmal zwischen Online-Angeboten (Streaming) und Offline-Angeboten (DVD, BluRay) unterscheiden. Die Vor-und Nachteile diesbezüglich haben wir jedoch bereits weiter oben ausführlich herausgearbeitet, weshalb wir es an dieser Stelle nicht noch einmal neu aufrollen wollen. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Vor-und Nachteile des Bewegtbilds an sich.
Denn man kann berechtigterweise fragen, ob ein Medium, das zu einem großen Teil die Konsumenten zum Berieseln einlädt, der richtige Ort für ernste Themen und schwierige Konzepte ist. In meinen Augen lautet die Antwort auf diese Frage zwar eindeutig „ja“, aber mit Vorbehalt. Denn man muss als Elternteil definitiv während des Anschauens erklärend eingreifen und nach dem Ende des Films in einer Nachbereitung noch einmal mit dem Kind über das Gesehene reden. Erst wenn diese Reflektion selbstverständlich wird und ein aktives, aufmerksames Schauen zelebriert wird statt einer pur passiven Berieselung, erst dann kann auch ohne Anleitung durch einen Erwachsenen das Medium Film wirklich zur Weiterbildung genutzt werden.
Wie lange ein Heranwachsender dabei die Unterstützung der Eltern braucht, das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Aber an und für sich muss man sich an dieser Stelle keine übertriebenen Gedanken machen. Das schlimmste, was passieren kann: Ihr Kleiner guckt einen Zeichentrickfilm über die Bibel und hat Spaß, ohne die Botschaft dahinter zu verstehen. Das gefährdet ja in keiner Weise die geistige Entwicklung, wer sich hier verschätzt verzögert also nur das Bibelstudium seines Kindes ein wenig. Das ist zwar schade, aber kein Weltuntergang.
Zu den besonderen Vorteilen des Mediums gehört, dass es zum mehrmaligen Schauen einlädt und über Dinge wie Hintergrundmusik zum Verweilen einlädt. Der Mix aus Bild, Ton und Musik kann sich sehr gut einprägen, das muss ich Eltern wahrscheinlich nicht erst extra sagen. Dass der Nachwuchs die Lieblingsfilme mitsprechen kann sollte fast jeder schon einmal erlebt haben.

Geschichte der ersten Kinderbibeln

Man sollte meinen, dass Kinderbibeln eine recht neue Erfindung sind. Doch weit gefehlt. Bereits im Mittelalter gab es erste Ansätze dafür, die biblischen Texte kindgerecht aufzuarbeiten. Die erste dokumentierte Kinder Bibel stammte von Josua Opitz und erschien im Jahr 1570.
Opitz war für diesen Job geradezu prädestiniert. Als Theologe und Pädagoge gleichermaßen kannte er einerseits die Heilige Schrift sehr gut, wusste aber andererseits auch über das Lernverhalten von Kindern sehr gut Bescheid. Zu diesen Qualifikationen kam schließlich noch sein literarisches Talent hinzu, das beim Verfassen einer neuen Version der Bibel natürlich sehr hilfreich war.

Nachdem der Grundstein durch Opitz gelegt worden war, folgten sehr schnell weitere Versuche. Sehr bekannt ist z.B. die Kinder Bibel des Theologen Johannes Melchor. Auch dieser zeichnete sich durch einen Mix aus theologischem Abschluss, pädagogischen Kenntnissen und schriftstellerischer Qualitäten aus.

Typisch für diese Zeit: Die Autoren nahmen sich viele Freiheiten dabei, die Bibelgeschichten für Kinder zugänglich zu machen. Es war Konsens, dass man dem kindlichen Gemüt und Intellekt nicht zu viel zumuten könne. Ein gewisses Maß an vorweggenommener Interpretation (natürlich im Sinne des Autoren) erschien in der damaligen Zeit unvermeidbar. Aus diesem Grund könnte man auch eine Kinderbibel aus dem Mittelalter heute nicht mehr guten Gewissens verwenden. Die Auslegung der Heiligen Schrift hat sich seitdem einfach zu sehr verändert. Die auf damalige Verhältnisse zurückgehende Färbung der Versionen von Opitz und Melchor lässt sich einfach nicht mit einem modernen Christentum vereinbaren.

Trotzdem muss man ihnen (und auch den anderen Autoren des Mittelalters) sehr dankbar sein. Denn sie haben als erste einen wichtigen und richtigen Schritt gewagt. Ohne diese Pionierarbeit hätten wir heute wahrscheinlich nicht die wunderschön illustrierten Kinderbibeln, die man ohne jegliche Bedenken an die Kleinen herausgeben kann.

Es sollte jedoch erst in der Romantik dazu kommen, dass gezielt Bilder zur Verdeutlichung der biblischen Geschichten eingesetzt wurden. Kees de Kort entwickelte gar eine eigene „biblische Bildsprache für Kinder“. Das mag zunächst einmal befremdlich klingen und komisch anmuten, dass es so lange Zeit brauchte, bis man die Sinnhaftigkeit einer Bildsprache in der Pädagogik erkannte. Doch genau in der erneuten Zusammenführung der Künste lag eine der Triebfedern der Romantik. Die vermehrte Etablierung von Bildern und Visualisierungen in Kinderbibeln, also die Zusammenführung von Bild und Text, ist ein typisches Vorkommnis für diese Epoche.

Arten von Kinderbibeln

Bei der Erstellung einer Kinderbibel geht jeder Autor anders vor, was teilweise zu grundlegend unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. So hat manch einer sich an die monströse Aufgabe gewagt, den gesamten Bibeltext kindgerecht wiederzugeben, was nicht nur wegen der Länge des Buches sehr schwierig ist. Andere wiederum beschränkten sich darauf, nur einige Kernelemente aufzuarbeiten, was zum einen weniger Aufwand bedeutet und andererseits auch definitiv erlaubt, durch eine entsprechende Selektion die Botschaft der Bibel deutlicher herauszuarbeiten.
Ein Problem dabei ist natürlich, dass jegliche Selektion wieder dazu führt, dass automatisch eine Interpretation in eine gewisse Richtung erfolgt. Bei der Wahl der Kinderbibel ist auch deshalb immer ein Auge offen zu halten.
Ein weiterer wichtiger Punkt: An welche Altersklasse soll die Kinder Bibel sich richten? Für einen Fünfjährigen muss man anders schreiben als für einen Zehnjährigen. Was den einen unterfordert, könnte den anderen schon wieder überfordern. Was meist damit ebenfalls einhergeht: Ist die Bibel zum Vorlesen oder selbst lesen gedacht? Es mag vllt nicht offensichtlich sein, aber man muss solche Bücher grundlegend unterschiedlich konzipieren. Ein Buch zum Vorlesen profitiert enorm davon, wenn das Geschriebene weniger Dialoge enthält. Denn mehrere verschiedene Charaktere dauerhaft spielen zu müssen (inklusive Verstellen der Stimme), das kann bei längerer Lektüre sehr fordernd sein.
Auch oft vom Alter der Zielgruppe abhängig: Wie groß sollen die Bilder im Vergleich zum Text sein? Wird die Geschichte in erster Linie durch die Bilder oder den Text erzählt? Oder wählt man einen Ansatz, bei dem dies durch beides in gleichem Maße geschieht? Auch hier spielt dann wieder die persönliche Entwicklung des Nachwuchses eine entscheidende Rolle. Worauf reagiert das Kind am ehesten? Wie lernt es? Was hält sein Interesse?

Die große Diversität, die hier auch beim Inhalt gegeben ist, macht zwar eine Wahl manchmal schwierig, ist aber unterm Strich ein großer Vorteil. Denn mittlerweile sind wir in der beneidenswerten Situation, dass es eigentlich immer eine Kinder Bibel gibt, die sowohl was das Medium als auch was den Inhalt angeht perfekt passt.
Darum hätten vergangene Generationen einiges gegeben. Und letztlich ist nur eines wichtig, egal ob Bibel, Kinderbibel oder was auch immer: Die Botschaft muss vermittelt werden. Der Rest ist Makulatur.

Einige Vorschläge

Wer sich jetzt von all diesen Informationen erschlagen fühlt, der kann sich z.B. im Shop von „die-Bibel.de“ einen kleinen ersten Überblick verschaffen. Die dort gelisteten Werke sind sehr empfehlenswert und allesamt aus pädagogischer Sicht sinnvoll. In unseren Augen besonders schön: Die Bibel zum Selbstgestalten. Hier gibt es auf jeder Seite die Möglichkeit, selbst kreativ tätig zu werden.

Eine sehr schöne Alternative findet sich auf combib.de. Hier handelt es sich um eine eher moderne Interpretation, was sich auch in dem relativ reißerischen Namen „Die coolste Kibi“ ausdrückt.

Wer es eher in kleinen Häppchen versuchen mag, dem kann die Kinderbibel in 5-Minuten Geschichten wärmstens empfohlen werden. Insgesamt 20 Geschichten aus der Bibel werden hier mundgerecht für Kinder aufbereitet.

Der Borromaeusverein hat ebenfalls eine sehr schöne Liste von empfehlenswerten Kinderbibeln zusammengetragen, auf die man definitiv einen Blick werden sollte.

Ein weiterer besonderer Tipp von uns: Die große Herder Kinderbibel. Anselm Grün ist einer der populärsten christlichen Autoren weltweit und das mit vollem Recht. Die Leichtigkeit, mit der er in diesem Buch komplexe Zusammenhänge vermittelt, ist bisher unerreicht.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*