Kleine Bibelkunde: König David – Teil 1

Erste Schritte auf dem Weg zum König

König David

Beim Gedanken an den König David kommt den meisten Menschen wohl als erstes die Geschichte von seinem Sieg über den Riesen Goliat in den Sinn. Und natürlich ist das eine extrem spannende und auch aus erzählerischer Sicht wertvolle Geschichte. Aber es gibt noch so viel mehr interessante Vorkommnisse im Leben von David, die amüsant sind, zum Nachdenken anregen oder einfach nur relevant für Botschaft der Bibel sind. Daher wollen wir heute mal einen groben Überblick darüber gewinne, wer dieser David eigentlich war und was er alles erlebt hat.
Wer etwas findet, das ihn ganz besonders interessiert, kann dann im Selbststudium direkt an der entsprechenden Stelle ansetzen.

Die Jugendjahre von David

Die Geschichte von David beginnt in Bethlehem. Als jüngster Sohn des Isais hütet er die Ziegen, als der Prophet Samuel des Weges kommt und ihn niedriger Herkunft zum Trotz bereits in diesem jungen Alter zum zukünftigen König salbt. Dieser Teil der Geschichte ist zwar durchaus wichtig, da er die Herrschaft von David legitimiert und vorweg nimmt, also quasi dem Leser schon eine Idee davon gibt, wohin sich die Geschehnisse entwickeln werden. Andererseits finde ich sie aber auch sehr amüsant. Man stelle sich das mal vor: Da sitzt ein junger Mann in aller Ruhe am Wegesrand und hütet seine Ziegen. Und dann kommt da plötzlich jemand vorbei, schüttet ihm Öl in die Haare und erklärt ihn zum zukünftigen König. Um es mal überspitzt auszudrücken.
Natürlich hat es etwas mit geänderten Lesegewohnheiten zu tun, dass wir heute ein bisschen kichern müssen, wenn wir uns das bildlich vorstellen. Aber ich finde es nicht verwerflich, wenn man aus der Bibellektüre auch mal ein bisschen albernen Humor mitnimmt. Das gehört auch dazu. Der liebe Gott hat uns ja nicht ohne Grund einen Sinn für Humor mitgegeben.
Durch Umstände, die sich je nach Erzählung ein wenig unterscheiden, gelangt David schließlich an den Hof des Königs Saul. Damit beginnt der bekannteste Teil seiner Geschichte: Der Kampf gegen Goliat. Eigentlich nur unterwegs, um seinen Brüdern Verpflegung zu bringen, hört David die höhnischen Bemerkungen von Goliat und stellt sich dem monströs anmutenden Gegner im Duell. Eine Rüstung lehnt er ab und kann schließlich mit seiner Steinschleuder den Kampf für sich entscheiden.
Die Motive hinter dieser Geschichte sind unfassbar stark. Die Bedeutung von Mut, Intelligenz und Entschlossenheit gegenüber bloßer Stärke wird sehr gut herausgearbeitet und gleichzeitig wird auch, wie schon durch die Salbung Davids zuvor, ein weiterer Punkt klar gemacht: Auch der „kleine Mann“ soll eine Chance erhalten, sich zu beweisen, wenn er denn entschlossen genug ist. Ein zur Zeit der Erzählung wahrlich nicht selbstverständlicher Standpunkt.
Der Sieg von David sichert zwar Sauls Herrschaft, führt aber zu einem neuen Konfliktherd: Neidisch auf den Ruhm des jungen Hirten, versucht Saul gleich mehrfach, diesen zu töten. Seine Bemühungen gipfeln schließlich darin, dass er David auf eine unmöglich erscheinende Mission schickt. Die Vorhäute von ganzen 100 Philistern verlangt der König als Trophäe aus dem Gefecht. Als Belohnung lässt er die Hand seiner Tochter verlauten.
Doch auch hier gewinnt David wieder entgegen jeder Wahrscheinlichkeit. Sogar ganze 200 Vorhäute übergibt er dem König. Den Fakt, dass das eine tendenziell unappetitliche Angelegenheit ist, lassen wir mit dem Gedanken daran, dass wir uns im Alten Testament bewegen, mal an dieser Stelle außen vor. Die Metaphorik des AT ist ja allgemein ein bisschen rabiater.
Trotz aller Errungenschaften muss David jedoch letztlich vor Saul fliehen, womit wieder einmal ein neues Kapitel für ihn beginnt.

Dieses nächste Kapitel schlagen wir in der kommenden Woche auf, wenn der zweite Teil unserer kleinen Reihe zu König David kommt.

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