Missionieren: ja oder nein?

Eine relevante Frage für alle Christen

Hand streckt Kreuz der Sonne entgegen

Gibt es unaufdringliche Arten der Missionierung?

Es ist wirklich eine vertrackte Situation. Wir sind zwar als Christen angehalten, für unseren Glauben zu werben, müssen dabei auf der anderen Seite aber sehr behutsam vorgehen. Denn nur allzu schnell wird ein gut gemeintes Näherbringen der göttlichen Botschaft als aufdringlich oder unverschämt empfunden. Da es hier um sehr persönliche Gefühle und wichtige Aspekte der eigenen Weltanschauung geht, sind solche Reaktionen durchaus verständlich. Es soll an dieser Stelle auch nicht darum gehen, derartige Ablehnungen zu verurteilen, im Gegenteil. Ich möchte gerne ein wenig darüber sinnieren, wie man solche Situationen gar nicht erst entstehen lässt. Für mich persönlich habe ich da ein paar Grundregeln aufgestellt:

  1. Nur aus dem Kontext heraus
    Es ergibt keinen Sinn, plötzlich mitten in einer Diskussion über die neueste Filmkomödie damit anzufangen, die Leute zu Christen machen zu wollen. Wenn man ohne jeglichen Zusammenhang mit dem Thema Religion anfängt, dann wird das als aufdringlich wahrgenommen.
  2. Angebote statt Predigten
    Es ist sehr viel effektiver und auch angenehmer für das Gegenüber, wenn man sich nicht in allzu langen Vorträgen verliert. Lieber eine paar kurze Sätze zum Thema sagen, die sich für Rückfragen anbieten. Wer sich wirklich und ehrlich interessiert zeigt, der wird schon entsprechend nachfragen. Ich halte es für deutlich geschickter, hier die eigene Tür ein wenig zu öffnen, statt die Tür des Gesprächspartners einzurennen.
  3. Beidseitiges Interesse
    Wenn man ehrliches Interesse für die eigene Weltanschauung erwartet oder wecken will, sollte man ebenso interessiert an der Sichtweise des Gegenübers sein. Das fördert den Dialog und gibt beiden Gesprächspartnern ein wenig Raum zur Erholung, da nicht die ganze Zeit über dieselbe Person neue Ideen anbietet.
    Zusätzlich kann es eigentlich nie schaden, die Denkweise anderer Menschen zu verstehen.
  4. Ablehnung akzeptieren
    Wenn jemand signalisiert, dass er nichts vom Christentum wissen bzw. nicht über das Thema Religion allgemein reden möchte, dann muss das akzeptiert werden. In solchen Fällen nachzuhaken wirft ein schlechtes Licht auf den einzelnen Gläubigen und die Religion allgemein. Der Segen Gottes muss aus freien Stücken angenommen werden. Aufzwingen kann man ihn nicht.
  5. Einen kühlen Kopf bewahren
    Es heißt ja oft, dass man mit Freunden nicht über Politik oder Religion diskutieren soll. Das finde ich zwar etwas übertrieben, aber ein wenig Vorsicht sollte man walten lassen. Die Diskussionen in diesem Bereich können sehr schnell hitzig werden und eskalieren. Im Zweifel lieber deeskalieren. Es sollen schließlich keine Freundschaften an der Sache zerbrechen.

Das klingt auf den ersten Blick alles recht banal. Ich habe aber bereits unzählige Male erleben müssen, wie andere Christen diese eigentlich logischen Grundregeln nicht befolgt haben. Im besten Fall entsteht dadurch ein Streit. Im schlimmsten Fall zerbricht daran eine langjährige Freundschaft.

Werbung für den eigenen Glauben zu machen ist ok. Aber nicht um jeden Preis. Eine zu forsche Missionierung schadet der Sache mehr, als sie nutzt.

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