Religionswissenschaft

Baum des Wissens

ZfR – Zeitschrift für Religionswissenschaft

Die Zeitschrift für Religionswissenschaft, kurz ZfR, erscheint seit 1993 im halbjährlichen Rhythmus. Von 1993 – 2011 wurde sie vom diagonal-Verlag vertrieben. Ab 2011 wurde die Zeitschrift schließlich vom Verlag De Gruyter in Berlin herausgegeben, der den Vertrieb bis heute übernimmt und auch digitale Vertriebswege zur Verfügung stellt.

Religionswissenschaftliche Magazine bilden dabei eine wichtige Komponente, die ohne eine digitale Fassung der ZfR schlicht unterrepräsentiert war. Es ist wichtig und gut, wenn man die Bibel online lesen kann oder es Bibel-Filme und Angebote wie den Sender “bibel tv” im Internet gibt. Eine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema muss in den modernen Medien aber ebenfalls stattfinden, was mit der Online-Ausgabe der ZfR (http://www.degruyter.com/view/j/zfr) seit 2012 nun auch endlich in ausreichendem Maße geschieht.

Das lange Bestehen der ZfR ist nicht weiter verwunderlich, denn sie war im diagonal-Verlag bereits so stark gewachsen, sodass sie für den kleinen Verleger schlicht zu groß wurde. Dementsprechend optimistisch war damals auch das offizielle Statement der Redaktion, als man zu De Gruyter wechselte:

„Die Weiterentwicklung der ZfR stößt in unserem kleinen und auf den deutschsprachigen Raum orientierten Verlag an objektive Grenzen – insbesondere im Bereich der elektronischen Publikationsmöglichkeiten und der im heutigen Wissenschaftsbetrieb notwendigen Internationalisierung. Deshalb haben wir Verständnis für die Entscheidung der DVRW, für die nun anstehende Positionierung der ZfR einen international tätigen und anerkannten Verlag zu finden.

Es erfüllt uns mit Freude, dass wir die Etablierung eines eigenständigen akademischen Publikationsmediums der deutschsprachigen Religionswissenschaft über viele Jahre begleiten und fördern konnten.

Wir möchten uns deshalb an dieser Stelle bei allen Autorinnen und Autoren sowie den Bezieherinnen und Beziehern der ZfR für ihre zum Teil jahrelange Verbindung und Zusammenarbeit bedanken. Auch den Herausgebern und der Deutschen Vereinigung für Religionswissenschaft (DVRW) danken wir für die gute Zusammenarbeit und das darin zum Ausdruck gebrachte Vertrauen.“

Letztlich konnte die Zeitschrift sich tatsächlich auch auf dem internationalen Markt behaupten, was wohl nicht zuletzt auch auf die ungewöhnliche Einstellung der Herausgeber zurückgeht. Obwohl sie nur zwei Mal jährlich erscheint, ist die ZfR meist Monate im Verzug und kann sehr häufig den ursprünglich gesetzten Redaktionsschluss nicht einhalten. Wenn man den Umfang von 200-250 Seiten bedenkt und im Hinterkopf behält, dass monetäre Interessen für die Redakteure stets zweitrangig waren, dann sind die Verzögerungen auch sehr gut nachvollziehbar. Diese Qualität scheint letztlich das oft recht unzuverlässige Erscheinungsintervall mehr als auszugleichen. Ein Zitat aus 2006 zeigt sehr gut die Arbeitsphilosophie der Herausgeber auf:

„Pro Jahrgang erscheinen zwei Ausgaben der ZfR. Der Gesamtumfang liegt bei 200 bis 250 Seiten. Schon seit längerem ist die ZfR in ihrem Erscheinen im Verzug. Herausgebern und Verlag ist ein qualitativ hochwertiges Heft wichtiger als das monatsgenaue Erscheinen. Gleichwohl bemühen sich alle Beteiligten, die Erscheinungsweise dem vorgesehenen Rhythmus (Frühjahr, Herbst) wieder anzugleichen. Zurzeit (Sommer 2006) liegt die Verzögerung bei ca. vier Monaten.
Die Preise der ZfR sind knapp kalkuliert. Der diagonal-Verlag möchte auch nicht die aus seiner Sicht ungerechte und zugleich preistreiberische Praxis unterstützen, nach der Institutionen einen höheren Preis bezahlen als Einzelpersonen. Angesichts leerer Etats der Bibliotheken halten wir diese Praxis für unverantwortlich. Eine Ermäßigung gewähren wir Studierenden.“

Die ZfR ist stets eine qualitativ hochwertige und zuverlässige Quelle, die nicht zu Unrecht in zahlreichen Publikationen zitiert und referenziert wird. Ab 1998 erscheint zudem in regelmäßigen Abständen eine Themenausgabe, die sich auf ein spezielles Thema fokussiert. Diese Themenausgaben sind Teil des normalen Ausgabezyklus und behandelten im Laufe der Jahre beispielsweise die folgenden Themen:

  • Georges Dumézil
  • Religion und Ökonomie
  • Religionswissenschaft im Dritten Reich
  • Religion in Osteuropa
  • Buddhismus und Gewalt
  • Psychosoziale Konflikte und Religion
  • Soziologie und Spiritualität
  • Religionswissenschaft und Religionskritik
  • Theologie als Religionskritik
  • Martyrium
  • Kanon

Der Erscheinungszyklus hat sich jedoch seit dem Wechsel zu De Gruyer deutlich stabilisiert. Weiteren Jahren mit hochwertiger religionswissenschaftlicher Lektüre steht also nichts mehr im Wege. Wir wünschen dem Team hinter der ZfR viel Glück für die Zukunft!

Falls sie sich selbst mit Religionswissenschaft auf einem gehobenen Niveau auseinandersetzen wollen, warum denken sie nicht einfach mal über ein Studium in Religionswissenschaften nach? Mittlerweile gibt es hier auch sehr interessante Möglichkeiten zum Fernstudium neben dem Job. Ein solches Studium kann ungemein dabei helfen, den eigenen Glauben auf ein solideres Fundament zu stellen.